Was ist Philosophische Praxis?

Philosophische Praxis gründet sich im Bestreben, die Methoden und Ideen aus der Philosophiegeschichte für das tägliche Leben nutzbar zu machen. Je nach Lesart hat Philosophische Praxis als Tätigkeit eine Geschichte von über 3.000 Jahren oder aber unter dem Begriff „Philosophische Praxis“ seit den 1980er Jahren.


Menschen kommen mit ganz unterschiedlichen, persönlichen Geschichten zu einem:r Philosophischen Praktiker:in. In all den Geschichten steckt "von selbst" ein philosophischer Kern, der nur als solcher erkannt werden will. Und dieser Kern ist hauptsächlich Inhalt der Praxis."Philosophisch" bedeutet hier also etwas Allgemeingültiges im konkreten Leben des Gegenübers.


In der Praxis wird dieses Allgemeingültige gemeinsam analysiert, verhandelt und definiert. Der: die Philosophische:r Praktiker:in reichert das Gespräch dabei durch philosophische Impulse an und begleitet Personen bei der Entwicklung eigener Erkenntnisse.


Typische Themen in Philosophischen Praxen sind z.B. Liebe, Glück, Heimat, Vertrauen, Entscheidungssituationen, Neubeginn, Endlichkeit. Diese finden Eingang ins Gespräch zu zweit oder in Gruppen, in Unternehmen oder privat, im Rahmen von Kulturveranstaltungen oder individuell.


Gemeinsames Philosophieren kann auch bedeuten


  • für eigene Positionen argumentativ einstehen zu lernen.
  • andere Lebens- und Sichtweisen kennenzulernen.
  • die Wirkung von Urteilsenthaltung zu verstehen.
  • sich der eigenen Positionen bewusster zu werden.
  • präziser zu denken.


Philosophische Praxis legt den Fokus auf Konzepte und hat nicht den Anspruch Leiden zu mildern, bzw. zu behandeln. Philosophische Praxis ist kein Ersatz für Psychotherapie oder Lebens- und Sozialberatung, denn die Ausrichtung der Gespräche unterscheidet sich stark von denen in einer psychotherapeutischen oder beratenden Praxis jeglichen Verfahrens.